Gemeinsam weiterkommen, Verantwortung tragen, Zukunft gestalten
Unsere rund 1 400 Mitarbeitenden erbrachten im Berichtsjahr 2025 mit grossem Engagement, gegenseitiger Unterstützung und ausgeprägtem Teamgeist herausragende Leistungen.
Unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen erzielte die Psychiatrie St.Gallen sehr hohe Auslastungen in der stationären wie auch in der ambulanten Versorgung. Sämtliche stationären Angebote konnten trotz Personalknappheit mit Flexibilität und solidarischem Zusammenhalt über alle Standorte hinweg jederzeit sichergestellt werden. Kollegialität, Einsatzbereitschaft und Zusammenarbeit stehen deshalb bewusst am Anfang dieses Geschäftsberichts.
Sehr erfreuliches Ergebnis dank Ertragswachstum und tieferen Kosten
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die PSG wiederum ein solides Umsatzwachstum von 2.3 %. Der Gesamterlös stieg auf CHF 167.8 Mio. an. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die ambulanten und tagesklinischen Leistungen sowie die Tarifanpassungen im stationären Bereich bei konstant hoher Auslastung.
Auf der Kostenseite wirkte sich der tiefere Personalaufwand positiv aus. Dies wurde insbesondere durch weniger Fremdpersonal erreicht. Höhere Sachaufwände – vor allem für Informatik sowie Unterhalt und Reparaturen – konnten durch geringere Abschreibungen, einen reduzierten Mietaufwand und einen tieferen Finanzaufwand weitgehend kompensiert werden. In der Summe fielen die Kosten netto um CHF 0.7 Mio. tiefer aus.
Insgesamt resultierte ein erfreuliches Ergebnis von knapp CHF 5 Mio. Das entspricht einem markanten Plus gegenüber dem Vorjahr. Der EBITDA konnte auf 5.4 % gesteigert werden.
Ambulant erneut stark nachgefragt
Die ambulanten Erträge stiegen um 3.5 % und bestätigen die anhaltend starke Nachfrage nach flexiblen, niederschwelligen Angeboten. Auch die tagesklinische Versorgung nahm deutlich zu und erreichte 62 018 Behandlungstage. Die stationäre Versorgung blieb mit 134 148 Pflegetagen auf konstant hohem Vorjahresniveau, ebenso verhielt es sich mit den Bewohnertagen im Wohnheim Eggfeld.
Strategie 2026ff: Umsetzungsschritte konkretisiert
Aufbauend auf der Strategie 2026ff konkretisierten wir im Berichtsjahr Massnahmen zur Umsetzung der vier priorisierten strategischen Handlungsfelder: Angebot, Prozesse und Organisation, digitale Transformation sowie Mitarbeitende.
Angebot weiterentwickeln und Kapazitäten steuern
Im Fokus standen die vorausschauende Angebotsentwicklung und der Aufbau eines professionellen Kapazitätsmanagements. Eine zentrale Massnahme war die Reorganisation der «Anmeldung und Information» im stationären Bereich. Per Juli 2025 startete die neue Organisationseinheit unter gemeinsamer Leitung für Wil und Pfäfers. Als Grundlage für eine bedarfsgerechte, effiziente Bettenbelegung sowie einen qualitativ hochwertigen Patientenaufnahmeprozess wurden in der Folge klare Zuständigkeiten und einheitliche Prozesse definiert.
Mitarbeitende: Leitbild, Werte und neue Gesprächskultur
Im Berichtsjahr erfolgten Vorbereitungen für die Kulturentwicklung beziehungsweise für die Erarbeitung eines neuen Leitbilds inklusive gemeinsamer Werte. Denn die Unternehmenskultur wird je länger, je mehr ein strategischer Erfolgsfaktor. Das Leitbild soll allen Mitarbeitenden Orientierung geben, Identifikation ermöglichen, Klarheit für die Zusammenarbeit schaffen und sie befähigen, die Zukunft bewusst und motiviert mitzugestalten. Initiiert wurden zudem regelmässige, zukunftsorientierte Feed-Forward-Gespräche mit Fokus auf Entwicklung und Perspektiven, um ab 2026 das klassische Mitarbeitendengespräch abzulösen.
Digitale Transformation als Hebel für Qualität und Entlastung
Einen wichtigen Schritt markierte die Migration von Active Directory (AD) und Exchange in unsere eigene Server-Umgebung; die Umstellung verlief nach Plan. Zudem entwickelten wir eine neue Digitalstrategie, um Abläufe zu vereinfachen, Mitarbeitende zu entlasten und die Versorgungsqualität zu verbessern. Zentrale Voraussetzungen sind eine gelebte Veränderungs- und Fehlerkultur, Partizipation sowie gezielte Investitionen in Technologien, Projekte und Kompetenzen. Ziel ist eine vernetzte, flexible Organisation mit nachhaltiger, kontinuierlicher digitaler Entwicklung. Der Vorgehensplan wurde erstellt und erste Umsetzungsschritte für 2026 sind definiert.
Qualität systematisch sichern
Der Qualitätsvertrag einschliesslich des Qualitätsmanagementsystems sowie der Massnahmen zur Qualitätsverbesserung wurden im Jahr 2025 erfolgreich umgesetzt und unternehmensweit etabliert. Auf dieser Basis werden die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit systematisch gestärkt und eine verlässliche Grundlage für die Vorbereitung auf das Audit ab dem Jahr 2026 geschaffen.
Personelle Veränderungen
Ende 2025 verliessen zwei Mitglieder der Geschäftsleitung die PSG. Carmine Di Nardo, Direktor Pflege, Therapien und Soziale Arbeit, prägte die PSG über zehn Jahre hinweg. Er setzte wesentliche Akzente in der psychiatrischen Versorgung, insbesondere in den Bereichen Isolation und Zwang, Safewards, Recovery, Patientensicherheit sowie Kompetenzentwicklung. Ralf Sonderegger, Direktor Finanzen und Services, engagierte sich während vier Jahren mit grossem Einsatz für die Weiterentwicklung der finanziellen Themen und leistete im Rahmen der Integration grosse Aufbauarbeit. Wir wünschen beiden für die berufliche und private Zukunft alles Gute.
Aus- und Weiterbildung gezielt stärken
Um dem Fachkräftemangel weiter entgegenzuwirken, standen neben gezielten Fördermassnahmen die Aus- und Weiterbildungsbedingungen im Vordergrund. Von grosser Bedeutung ist die Anerkennung unserer Weiterbildungsstätten: Im Bereich Alterspsychiatrie und Psychotherapie wurde die Weiterbildungsstätte in der Kategorie A 2, stationär und ambulant, für die gesamte PSG anerkannt.
Psychiatrischen Nachwuchs systematisch fördern
Die ärztlichen und psychologischen Mitarbeitenden engagierten sich weiterhin im Joint Medical Master (JMM) der Universität St.Gallen. Die Kooperation mit den Universitäten UZH und HSG wurde durch einen neuen Prozess verbessert, der eine effizientere Kursplanung ermöglicht. Im Bereich der Weiterbildung führte die PSG erstmals eine Sommer- und eine Winterschool in der vorlesungsfreien Zeit durch; diese wurden rege besucht. Die internen Kurse behandelten fachliche sowie übergeordnete Themen und richteten sich an Assistenzärztinnen und -ärzte sowie Assistenzpsychologinnen und -psychologen.
Forschungsanträge: Rahmen und Prozesse etabliert
Die PSG fördert und betreibt Forschung, die Versorgungs- und Behandlungskonzepte psychischer Erkrankungen weiterentwickelt und die Behandlungsqualität stärkt. Im Jahr 2025 erarbeiteten wir ein neues Forschungskonzept. Zudem wurden ein Prozess für Forschungsanträge erstellt und eine zentrale Ablage sämtlicher Anträge aufgebaut.
Berufsbildung und Personalentwicklung neu organisiert
Künftig soll eine ganzheitliche Perspektive eingenommen werden. Deshalb erfolgte eine Neuausrichtung der beiden Bereiche «Berufsbildung und höhere Fachbildung» sowie «Bildung und Entwicklung». Beide Fachbereiche erarbeiteten ein zukunftsgerichtetes, ganzheitliches Verständnis von Personalentwicklung und Mitarbeitendenförderung sowie entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote für Lernende, Studierende und Mitarbeitende. Zusätzlich erweiterten wir unser Ausbildungsportfolio um die Ausbildung «Fachmann/Fachfrau Betreuung EFZ, Fachrichtung Menschen mit Beeinträchtigung».
Arealstrategie und Infrastruktur: Fortschritte in Etappen
Gemeinsam mit dem Hochbauamt und dem Gesundheitsdepartement wurde die Arealentwicklung in Wil und Pfäfers weiter vorangetrieben. Die Vorhaben sind anspruchsvoll und für die psychiatrische Versorgung der Ostschweiz von hoher Bedeutung, benötigen jedoch Zeit. Um bis dahin eine moderne Versorgung sicherzustellen, sanierten, erneuerten und bauten wir die bestehende Infrastruktur gezielt aus. Die Immobilienprojekte verzeichneten im Berichtsjahr sichtbare Fortschritte.
Sanierung Hauptgebäude in Pfäfers vor Abschluss
Die Sanierung des Hauptgebäudes in Pfäfers näherte sich dem Abschluss. Nach einer intensiven Bauphase wird das modernisierte Gebäude im Sommer 2026 in Betrieb genommen. Es entstehen zeitgemässe, funktionale und einladende Räumlichkeiten für Patientinnen und Patienten.
Neubau Forensikstation in Wil im Plan
Der Neubau der Forensikstation in Wil schritt planmässig voran und liegt im Kostenrahmen. Gleichzeitig gewinnt die Betriebsvorbereitung an Bedeutung. Deshalb starten wir im Jahr 2026 mit dem Personalaufbau, damit wir 2027 die Forensikstation mit einem starken, interdisziplinären Team in Betrieb nehmen können.
Kulinarik und Restauration in Wil erneuert
Das Vorhaben «Erneuerung der Gastronomie in Wil» konnte 2025 nach längerer Planungsphase umgesetzt werden. Es erfolgten der Umbau von Küche und Restaurationsräumen in Wil sowie die Harmonisierung der Patientenverpflegung und der Softwareapplikationen in Wil, St.Gallen und Pfäfers. Mit dem Restaurant «Usziit» und dem Bistro im Erdgeschoss entstand ein ansprechendes, modernes Angebot.
Demenz- und Delirstation in Wil optimiert
Die Demenz- und Delirstation in Wil wurde seit September 2025 etappenweise umgebaut. Ziel sind Verbesserungen bei Beleuchtung, Farbgestaltung und räumlicher Orientierung. Der Umbau umfasst eine optische und bauliche Aufwertung, die Personalisierung der Patientenzimmer sowie die Optimierung der Pflegeabläufe.
Psychosestation in Wil revitalisiert
Die Revitalisierung der Psychosestation wurde abgeschlossen und sie konnte Ende Oktober bezogen werden. Erstmals kam die neu konzipierte und definierte Standardausstattung für Stationen und Patientenzimmer zum Einsatz, die im Vorfeld erarbeitet wurde.
Krisenintervention St.Gallen erneuert
Die Bettenstation der Krisenintervention (KIZ) St.Gallen wurde in den Sommermonaten saniert und neu möbliert. Die Grundlage bildete auch hier die neu konzipierte Standardausstattung für Stationen und Patientenzimmer, die im Rahmen der Revitalisierung der Psychosestation in Wil definiert wurde.
Wohnheim Eggfeld: Konzept und finanzielle Rahmenbedingungen
Aufgrund der neuen Qualitätsrichtlinien «Behinderung» per Januar 2025 wurde für das Wohnheim Eggfeld ein neues Betriebskonzept erstellt. Damit verfügt das Wohnheim über eine konsolidierte, klar strukturierte und richtlinienkonforme Grundlage für Führung, Betreuung und Organisation.
Zusätzlich erarbeitete das Wohnheim Eggfeld eine Lösung zur Auslagerung der somatischen Versorgung an einen externen Leistungserbringer. Aus Sicht der Bewohnenden sowie ökonomisch betrachtet wird eine externe Lösung als erfolgversprechend eingeschätzt. Sie ermöglicht eine Kombination aus regelmässiger Versorgung vor Ort sowie telemedizinisch (24/7-Erreichbarkeit) und stellt damit eine umfassende somatische Versorgung sicher.
Vernetzung aktiv pflegen
Vor dem Hintergrund der Arealstrategie der PSG wie auch im Hinblick auf die Spitalplanung Ostschweiz 2028 intensivierten wir die Vernetzungsbestrebungen mit den umliegenden Psychiatrien. Der Fokus lag auf dem persönlichen Kennenlernen und dem gegenseitigen Austausch. Wir strebten insbesondere eine Übersicht der Angebote sowie der jeweiligen künftigen baulichen Entwicklungen an. Alle Parteien zeigten sich offen für weiterführende Gespräche und signalisierten Interesse an zweckdienlichen Kooperationen.
Gesellschaftliches Engagement konsequent weiterführen
Die Entstigmatisierung der Psychiatrie bleibt ein zentrales Anliegen. Um Vorurteile auszuräumen und Hürden abzubauen, fanden 2025 zahlreiche öffentliche Anlässe und Fachveranstaltungen statt, darunter: Symposium Alterspsychiatrie in Sargans und Wil, Wiler Mittagssymposium, Symposium Gynäkopsychiatrie in St.Gallen, Donnerstagsweiterbildungen, Qualitätszirkel Psychopharmakologie, Kunstmesse des Living Museum Wil, Säntis-Psychiatrie-Tagung in Wil, diverse Referate und Kurse des Recovery College und der Angehörigenberatung, Klinik in Concert, Adventsweg und Adventsmarkt in Wil sowie Weihnachtsmarkt in Pfäfers. Unsere Fachpersonen engagierten sich zudem aktiv in der medialen Berichterstattung.
Ausblick 2026: Umsetzung priorisieren und Innovation stärken
Das neue Jahr steht im Zeichen wichtiger Weichenstellungen. Mit der Strategie 2026ff richten wir unseren Blick nach vorne und gestalten die zukünftige Ausrichtung. Im Zentrum stehen die vier priorisierten strategischen Handlungsfelder, deren Umsetzung wir in den kommenden Jahren konsequent angehen werden: Angebot, Prozesse und Organisation, digitale Transformation sowie die Weiterentwicklung von Kultur und Führung im Handlungsfeld Mitarbeitende. Damit stärkt die PSG ihre Position als innovatives Unternehmen weiter.
Dank und Wertschätzung
Im Namen der Geschäftsleitung danke ich allen Mitarbeitenden herzlich für das aussergewöhnliche Engagement zum Wohl der Patientinnen, Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die grossartigen Leistungen in einem wiederum anspruchsvollen Jahr. Ebenso danke ich für die grosse Solidarität innerhalb des Unternehmens. Gemeinsam werden wir auch im kommenden Jahr die PSG weiter voranbringen. Unser Dank gilt auch allen Geschäftspartnerinnen und -partnern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie für ihre Unterstützung.
Niklaus Baumgartner
CEO
Die Geschäftsleitung:
Niklaus Baumgartner, CEO
Karlheinz Pracher, Direktor Zentren Süd, stv. CEO
Marcel Roos, Direktor Zentren Nord
Yves Birchmeier, Direktor HRM
Ralf Sonderegger, Direktor Finanzen und Services
Steffi Weidt, Direktorin Medizin und Psychologie
Carmine Di Nardo, Direktor Pflege, Therapien und Soziale Arbeit
Gordana Heuberger, Direktorin Pfäfers
Esther Linka, Direktorin Wil