Irene Klaasen van Husen
Leitende Psychologin, Bereichsleiterin Erwachsenenpsychiatrie Wil
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Täglich treffen wir andere Menschen, nehmen Kontakt auf, reden mit ihnen; sei es ein kurzer Gruss oder ein längeres Gespräch. Die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen kann ganz unterschiedliche Gründe haben: Informationen austauschen, Beziehungen pflegen, «Smalltalk», jemanden kennen lernen oder auch zwischenmenschliche Konflikte regeln.
Auch die Situationen, in denen wir Menschen begegnen, sind vielfältig: zufällig auf der Strasse, im Geschäft, geplante Treffen wie Einladungen zum Essen, Treffen zu einem ersten Kennenlernen oder Auseinandersetzungen in Beziehungen.
Diese Kontakte gehören zu unserem Alltag. Dabei brauchen wir soziale Kompetenz. Diese Kompetenz ist nicht angeboren, sondern wir erlernen sie in unserer Kindheit. Zuerst erleben wir, wie unsere Eltern Kontakt mit uns aufnehmen, beobachten dann, wie die Eltern miteinander umgehen und Konflikte lösen. Im Laufe unseres Lebens erwerben wir ständig neue soziale Kompetenzen, weil wir immer wieder mit neuen Lebenssituationen konfrontiert sind, in denen wir kommunizieren müssen.
Gewisse Erkrankungen (Depression, psychische Belastungen etc.) können bewirken, dass wir unsere soziale Kompetenz verlieren oder verlernen. Manche Menschen haben wegen widriger Lebensbedingungen oder schwieriger Familienverhältnisse nicht die Möglichkeit gehabt, soziale Kompetenz ausreichend zu erlernen. Es gibt jedoch auch Menschen, die immer wieder die gleichen Konflikte oder Ängste im Umgang mit anderen erleben.
Grundsätzlich eignet sich das Soziale Kompetenztraining für alle Patientinnen und Patienten, bei denen Selbstunsicherheit (selbstunsichere Anteile) behandelt werden sollen.
In Pfäfers gehen alle Patientinnen und Patienten der Psychotherapiestation ins Soziale Kompetenztraining, da die Gruppe Teil des Therapieprogramms ist.
Wir achten darauf, dass die Gruppe in Tempo und Inhalt gut zusammenpasst. Dafür ist es wichtig, dass Sie den Übungen und Gesprächen gut folgen können und sich in der Gruppe grundsätzlich wohlfühlen.
Dieses Gruppenangebot wird sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting angeboten.
Zudem besteht für externe Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, an der Sozialkompetenztrainingsgruppe teilzunehmen.
Soziale Kompetenz kann erlernt bzw. wiedererlernt werden. Im Laufe der Gruppensitzungen erfahren Sie mehr über die Grundannahmen des sozialen Kompetenztrainings. Es gibt verschiedene Typen von Situationen, in denen unterschiedliche Formen sozialer Fertigkeiten erforderlich sind. Das soziale Kompetenztraining ist in vier aufeinanderfolgende Module aufgeteilt:
Das Training ist interaktiv. Die Gruppe erarbeitet im Dialog ein Thema und erprobt in Rollenspielen neue Verhaltensweisen. Wichtig sind auch die Hausaufgaben, um die im Training vorgestellten Verhaltensweisen im Alltag zu erproben und umzusetzen.
Das interdisziplinäre Team setzt sich zusammen aus
Das Gruppenangebote findet zweimal wöchentlich statt, mit je der halben Patientengruppe (sechs bis acht Patientinnen oder Patienten).
Jeweils beim Start eines Moduls, d.h. circa alle vier Wochen, können Sie gegebenenfalls in die Gruppentherapie einsteigen. Fragen Sie bitte auf der Station nach, wann ein Einstieg möglich ist.
Leitende Psychologin, Bereichsleiterin Erwachsenenpsychiatrie Wil
Die Anmeldung für die ambulante Sozialkompetenztrainingsgruppe erfolgt mittels Zuweisungsschreiben oder Onlineformular durch Ärztinnen und Ärzte, oder Psychologinnen und Psychologen an das Sekretariat.
Die Anmeldung der stationären Sozialkompetenztrainingsgruppe erfolgt über die entsprechende Station.
Information und Beratung zu Behandlungsangeboten der Psychiatrie St.Gallen
Entgegennahme von Anmeldungen an den Standorten Pfäfers und Wil